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22.04.2016 09:20 Alter: 339 days
Kategorie: Wasser, Unternehmen WasserUnternehmen

Stadtwerke schützen Trinkwasserversorgung

Geschäftsführer Schüren kritisiert Verhandlungen zu Fracking


Es ist noch nicht allzu lange her, da kam die Europäische Union auf die Idee, die Trinkwasserversorgung in Deutschland zu privatisieren. Bereits hier engagierten sich die Stadtwerke Marburg gemeinsam mit Gewerkschaften und tausenden Bürgerinnen und Bürgern gegen eine Privatisierung. „Wir haben innerhalb kürzester Zeit hunderte Unterschriften gegen dieses Privatisierungsprojekt gesammelt“, erinnert Stadtwerke Geschäftsführer Norbert Schüren. Nun geht es wieder um das Wasser oder wie es der Stadtwerke Chef ausdrückt: „Das Recht auf sauberes Wasser und Wasserversorgung ist ein Menschenrecht. Es muss geschützt werden“. Das kommunale Unternehmen betrachtet daher mit Sorge die aktuellen Verhandlungen auf Bundesebene zum Thema Fracking. Bei dieser Technik werden mit chemischen Zusätzen versehene Flüssigkeiten mit hohem Druck in den Erdboden gepresst, um fossile Brennstoffe wie z.B. Erdöl zu fördern. Mitunter besteht dabei sogar die Gefahr, dass das Grundwasser schützende Erdschichten durchbrochen werden.  

 

Erst diesen Monat musste erneut ein großes US-Unternehmen Schadensersatz in Millionenhöhe zahlen. Nach den Fracking-Bohrungen schäumte und stank das Leitungswasser in Privathaushalten. Dies sei eines von vielen negativ Beispielen, die diese Technik mit sich bringe, so Schüren. „Unser selbst gefördertes wie auch das vom Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke (ZMW) geliefertes Wasser waren in der Vergangenheit stets von höchster Qualität und hielten die strengen Vorschriften und Grenzwerte immer ein. Wir und wohl auch der ZMW fürchten daher einen nicht kontrollierbaren Einfluss auf die Wasserqualität durch das Fracking“, betont der Stadtwerke Geschäftsführer.

 

Aktuell berät auf Bundesebene die Regierungskoalition in Berlin ein umfassendes Paket an gesetzlichen Regelungen, welches dem Fracking klare Grenzen gebieten würde. Allerdings wird die Zeit langsam knapp. Viele Beobachter sowie Umweltorganisationen, Verbände und Institutionen befürchten, dass es zu einer gesetzlichen Regelung in dieser Legislaturperiode nicht mehr kommen wird. „Wir haben als lokales und kommunales Versorgungsunternehmen die heimischen Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aufgefordert, für eine kurzfristige Verabschiedung des Fracking-Gesetzes einzutreten, mit Fokus auf den Schutz des Trinkwassers. Es geht nicht um irgendetwas. Es geht bei dieser Debatte schlichtweg um die Sicherheit, Sauberkeit und den Schutz unseres Wassers. Von falschen Entscheidungen, einem laxen Umgang mit dem Thema Fracking und den negativen Konsequenzen wären wir genauso betroffen wie unsere Kinder und Kindeskinder“, erklärt Norbert Schüren.