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Abwasser » Kanalnetz » Kanalsanierung

Kanalsanierung

Bei der Kanalsanierung werden Schäden, Mängel, Ablagerungen und Hindernisse im Kanal beseitigt. Man unterscheidet dabei zwischen Reparatur, Renovierung und Erneuerung der Kanäle. Welches Verfahren letztendlich zum Einsatz kommt hängt von dem baulichen und hydraulischen Zustand des Kanalnetzabschnittes ab. Die Sanierung der schadhaften Haltungen (Kanalabschnitt zwischen zwei Schächten) wird fast ausschließlich grabenlos durchgeführt. So lassen sich vor allem Kosten und Zeit einsparen und die Infrastruktur wird nur geringfügig eingeschränkt.

Die Stadt Marburg führt seit mehr als 25 Jahren Kanalsanierungen im Stadtgebiet durch.

Reparatur

Beim Reparaturverfahren werden hauptsächlich punktuelle Schäden im Kanal mit Hilfe von Spezialrobotern saniert. Die am häufigsten auftretenden Schäden sind Risse, undichte Rohrverbindungen, einragende Stutzen, Löcher, Wurzeleinwuchs und  Ablagerungen. Undichte Muffen und kleine Löcher lassen sich mit Kurzschläuchen (Kurzliner, Partliner) und Manschetten (Edelstahlmanschette, Quick-Lock-Verfahren) abdichten. Ablagerungen, Hindernisse und eindringende Wurzeln werden von einem Roboter zurückgefräst und schadhafte Stellen mit Spezialmörtel verspachtelt.

Risse und undichte Stutzen (Anschlüsse) werden häufig mit Kunstharzmörtel saniert (Riss- und Stutzensanierung). Dieses Verfahren wird sehr oft bei eindringendem Grundwasser angewendet, da sich der Kunstharzmörtel in Verbindung mit Wasser nicht entmischt und dadurch absolut wasser undurchlässig ist.

Folgede Bilder sind von der Janssen Umwelttechnik GmbH

Einragender Stutzen
Einragender Stutzen
Stutzen nach dem Fräsen
Stutzen nach dem Fräsen
Sanierter Stutzen im Roboterverfahren
Sanierter Stutzen im Roboterverfahren

Renovation

Die Renovierungsverfahren werden eingesetzt, wenn in einer Haltung viele wiederkehrende Schäden (Risse, Rohrbrüche, Scherbenbildung Korrosion, In- und Exfiltrationsgefahr) auftreten und damit die Beseitigung vieler punktueller Schäden unwirtschaftlich ist. Meist wird hier die komplette Haltung renoviert. Die Renovierung beinhaltet sowohl Auskleidungsverfahren als auch Beschichtungsverfahren. Letzteres wird jedoch im Marburger Kanalnetz nicht angewendet. Wie der Name schon sagt, wird beim Auskleidungsverfahren der vorhandene Kanal durch Einzug von vorgefertigten Rohren oder mit örtlich hergestellten Rohren (Schläuchen) ausgekleidet. Die Rohre und Schläuche werden über die Schächte in die Haltung eingeführt. 

Renovierungsverfahren
Renovierungsverfahren

Die Rohr- und Schlauchliningverfahren gehen mit dem Altkanal eine kraft- bzw. stoffschlüssige Verbindung ein. Das Ergebnis der Sanierung ist ein „Rohr im Rohr“. Der Inliner beseitigt nicht nur die Schäden sondern übernimmt auch die statische Funktion des alten Kanals. Nachteil der Renovierung kann je nach Verfahren die Querschnittsreduzierung sein, die sich auf die Abflussmenge auswirkt.

 

schematische Darstellung des Schlauchliningverfahrens im Hauptkanal (Quelle: Insituform GmbH)
schematische Darstellung des Schlauchliningverfahrens im Hauptkanal (Quelle: Insituform GmbH)
Sanierung einer Hausanschlussleitung mittels Schlauchlining (Quelle: Wagner Kanalsanierung)
Sanierung einer Hausanschlussleitung mittels Schlauchlining (Quelle: Wagner Kanalsanierung)

Erneuerung

Anders als bei der Reparatur und Renovierung kann die Substanz des bestehenden Systems nicht erhalten werden und muss wie der Name schon sagt erneuert werden. Man unterscheidet hierbei zwischen offener und geschlossener Erneuerung, wobei die offene Bauweise dem konventionellen Kanal- bzw. Rohrleitungsbau entspricht.

Das Erneuerungsverfahren in geschlossener Bauweise wird angewendet, wenn die Renovierung technisch nicht mehr möglich ist. Die Ursache dafür kann der katastrophale bauliche Zustand des vorhandenen Kanals sein. Große Lageabweichungen, starke Deformation oder sogar Einsturz lassen ein Renovierungsverfahren nicht mehr zu. Ein weiterer Grund kann die Tiefenlage des schadhaften Kanals sein, so dass eine offene Bauweise aus kosten Gründen nicht in Frage kommt oder der Kanal beispielsweise überbaut ist.

Berstliningverfahren (Quelle: Frisch und Faust GmbH)
Berstliningverfahren (Quelle: Frisch und Faust GmbH)
Detail: Berstkörper (Quelle: Frisch und Faust GmbH)
Detail: Berstkörper (Quelle: Frisch und Faust GmbH)

Am weitesten verbreitet ist das Berstlining-Verfahren.

Das Berstlining-Verfahren ist eine umweltschonende Technologie zur grabenlosen Erneuerung von Rohrleitungen in gleicher Trasse. Unter Einleitung von dynamischer oder statischer Energie wird das Altrohr mittels eines konisch geformten Berstkörpers zerstört und radial in das umgebende Erdreich verdrängt. Unmittelbar mit dem Berstprozess wird das Neurohr in gleicher oder größerer Dimension nachgezogen. Mit dem Berstlining-Verfahren können Altrohrleitungen aller Materialien erneuert werden. Für die Durchführung ist eine Start– und Zielgrube notwendig.